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Ronny Trettmann
Kein Reggaekünstler spaltet die Gemüter und fasziniert gleichzeitig die Massen wie Ronny Trettmann. 2006 landete er ohne Video und Promotionkampagne mit dem auf sächsisch gesungenen „Der Sommer ist für alle da“ auf Platz 53 der Media Control Charts, rotierte auf allen Radiostationen und begeisterte auch Menschen außerhalb der Szene für Reggae! Das Phänomen Ronny Trettmann war für viele neu und aufregend, für andere was Neues um sich Aufzuregen. In Verachtung seiner damals schon vor cleveren Wortwitz sprühenden Texte wurde er verschrien als Ossi-Version von Klaus und Klaus, in eine Schublade gesteckt mit Klamauk-Künstlern wie Bürger Lars Dietrich und viele dachten, dass er nach Ablauf seiner 15 Minuten Ruhm in der Versenkung verschwinden würde. Doch es sollte anders kommen. Nach ersten Erfolgen mit gesächselten Roots Reggae Tunes und zahlreichen gefeierten Auftritten in Deutschland, Österreich und der Schweiz definierte sich der Künstler 2008 neu. Wie ein Befreiungsschlag vom alten Image explodierte sein Stück „Heckert Empire“ in der deutschen Reggaelandschaft. Vom Klangbild her war die Produktion der Wiener LUKE R.I.C.H. mit seinen Techno- und HipHop-Anleihen zukunftsweisend, dazu stellte der Heckert-Direktor auf dieser Hymne sein neues Label vor und rief mit augenzwinkerndem Größenwahn gleich ein eigenes Imperium aus. Aus der „Platte“ to di world! Und auch wenn der Humor geblieben ist, präsentierte er sich nun endgültig als Songwriter, der mehr kann als den Blödel-Ossi zu geben. Weiterhin zeigte er mit „Großvater“ seine nachdenkliche Seite und thematisierte einfühlsam die Erlebnisse von Menschen im zweiten Weltkrieg. Mit den Krefelder Produzenten und DJs SoulForce stellte er dann das „Heckert Empire“-Mixtape zusammen, in dem er seine Texte auf Hip Hop-, Reggae- und Dancehallbeats abfeuerte. Vom Reggaemagazin RIDDIM wurde dieses als „Mix in der Qualität eines echten Albums“ beschrieben (RIDDIM 01/09) und im selben Jahr wurde Trettmann von den RIDDIM-Lesern zum beliebtesten nationalen Künstler gewählt; „Großvater“ wurde bester nationaler Tune 2008 (RIDDIM 02/09). Auch 2009 konnte er seinen Titel verteidigen, dazu wurde „Sie kann’s nicht erwarten“, ein Duett mit seinem Labelkollegen Ranking Smo, zum besten Song des Jahres gekürt (RIDDIM 02/10). Dies lag nicht zuletzt an den energiegeladenen Liveshows der beiden, die 2008 und 2009 den Heckert Sound im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt machten. Nun ist die Zeit reif für ein Album mit den Heckert Empire-Mitstreitern, in dem der Direktor seine Fähigkeiten weiter entwickelt und über Szene- und Genregrenzen hinweg begeistern wird.